Durch Partikeln drückt man aus, wie man etwas meint und welche Haltung man dem Gesprächspartner gegenüber einnimmt. Partikeln sind für die gesprochene Sprache wie das Salz für die Suppe: Sie sind wichtig und wenn sie fehlen, klingt das Gesagte unvollständig. Diese Übersicht zeigt die wichtigsten Bedeutungen von Partikeln:
VIELLEICHT: Der Sprecher macht seine Bitte oder Frage höflicher:
Wissen Sie vielleicht, wo die Heinestraße ist?
DENN / DOCH…MAL / MAL: Der Sprecher drückt etwas persönlicher oder informeller aus:
Haben Sie denn keinen Hunger?
Komm doch heute Abend mal vorbei, wenn du Lust hast.
Ich würde mich freuen, wenn du mich mal besuchst.
VIELLEICHT / SO / EINFACH / GERADE / EIGENTLICH: Der Sprecher betont etwas.
Ich war vielleicht nervös!
Mir ist das so egal.
Er hat einfach keine Ahnung!
Gerade du solltest wissen, dass nicht alles stimmt, was sie sagt.
Eigentlich habe ich jetzt Hunger.
DOCH / DOCH MAL: Der Sprecher gibt jemandem einen Rat.
Machen Sie doch eine Pause.
Kauf dir doch mal ein Mofa.
EBEN: Der Sprecher akzeptiert etwas.
Ich habe eben kein Glück im Leben.
DOCH: Der Sprecher erwartet etwas.
Ihr kommt doch heute Abend?
BLOß / NUR / JA: Der Sprecher warnt vor etwas.
Mach bloß keinen Unsinn!
Komm nur nicht zu spät nach Hause!
Sag das ja nicht deinem Lehrer!
EINFACH / RUHIG: Der Sprecher hält etwas für leicht oder unproblematisch.
Geh einfach hin und sag, was du willst!
Du kannst ruhig schon morgen kommen.
SCHON…NUR / JA…ABER: Der Sprecher stimmt eingeschränkt zu.
Du hast schon Recht, nur bin ich nicht verantwortlich für das Problem.
Ich würde ja gerne kommen, aber es geht nicht.
AUCH: Der Sprecher macht jemandem einen Vorwurf.
Warum kommst du auch so spät aus der Disko zurück?
DOCH NICHT ETWA: Der Sprecher hofft, dass etwas nicht passiert ( ist).
Du hast doch nicht etwa das Licht brennen lassen?
ÜBERHAUPT / DENN / DENN ÜBERHAUPT / ETWA / ABER: Der Sprecher ist überrascht oder erstaunt.
Weißt du überhaupt, wer Caesar war?
Bist du denn noch nie in Italien gewesen?
Hast du denn überhaupt den Führerschein?
Bist du etwa nicht glücklich?
Du hast aber einen Hunger!
BLOß / NUR: Der Sprecher wünscht sich etwas intensiv.
Wenn ich bloß mehr Geld Hätte!
Wenn sie nur keinen Unsinn macht!
WOHL / SCHON: Der Sprecher vermutet etwas.
Du hast wohl letzte Nacht nur wenig geschlafen, oder?
Keine Angst, es wird schon klappen.
AUCH: Der Sprecher ist besorgt, dass etwas nicht passiert ist.
Hast du dir auch die Hände gewaschen?
EIGENTLICH: Der Sprecher möchte etwas Bestimmtes wissen.
Was hast du eigentlich die ganze Zeit gemacht?
DOCH / AUCH / JA AUCH: Der Sprecher nennt einen Grund für etwas.
Frag mal Gudrun, die hat doch Physik studiert.
Sie ist totmüde. Sie hat ja auch viel gearbeitet.
